Changing the Game – Speedpedelecs

Das in in diesem Beitrag beschriebene Opium und das hier gefahrene Stromer ST7 haben für mich das Potenzial zum Gamechanger in der Verkehrswende. Beide befinden sich technologisch und als Statussymbol auf Augenhöhe mit den Premiummarken der Automobilindustrie.

„Normale“ Speedpedelecs wie mein Delite, das von mir so begehrte Aska oder auch das schnelle Lastenrad, das Load 75 sind für Leute, die die Kaufentscheidung seinerzeit wie ich getroffen haben: mal MTB und Renner gefahren, halten ein 25er für eine lahme Angelegenheit, da sie zur Arbeit pendeln. Und seien es mal 55km……. . Auch will ich grössere und kleinere Radtouren machen und auf den Heckträger des Wohnmobils sollen sie auch passen.

Na klar, das ginge auch mit Opium und Stromer, aber ob ich die übers Pfitscherjoch schleppen und Schotterpisten fahren möchte, weiss ich nicht.

Kurz gesagt, die oben genannten Bikes sind eher Fahrräder. Und das ist gut so. Gut so aber auch, dass Opium und Stromer mehr sind.

Wenn auch in Form und Farbe noch ein Fahrrad so sehe ich in beiden Fahrzeugen fast schon eine neue Fahrzeuggattung mit einer eigenen Zielgruppe. Hier werden besonders die Pendelnden in den urbanen ( Groß-] räumen und den Megacities der Welt angesprochen. Und beide Bikes sind eine echte Alternative zu Firmenautos bzw. Dienstfahrzeugen.

Sie sind schnell im Antritt, echte 45 km/h können lange und mit angemessenem Krafteinsatz gehalten werden, kleinere und mittlere Steigungen sowie Gegenwind bremsen nicht so aus wie es zum Beispiel bei Mittelmotoren der Fall ist. Kurz, man ist ganz ganz nahe dran, in unserer autozentrierten Welt ein vollwertiger Verkehrsteilnehmer zu sein.

Für die Sicherheit gibt es serienmässig ABS an beiden Rädern. Matrixlicht und Reifendruckkontrolle sind ebenfalls Features, die es beim Auto schon lange gibt.

Keyless Go mit Wegfahrsperre ist ebenfalls schon fast ein alter Hut bei den Autos. Bei Fahrrädern gibt es das unverständlicherweise noch nicht. Bei Opium und Stromer schon. Kleinigkeiten, aber für Dienstfahrzeuge wichtig, denn wer will schon immer mit schweren Schlössern rumhantieren. Und eingebaute GPS- Tracker sind für einen Flottenbetrieb wichtig.

Die Preise dafür sind Business Class: 12.000 Euro sind schnell erreicht. Wer den reinen Anschaffungspreis betrachtet und lediglich ein Biobike durch ein Speedpedelec ersetzen will, wird hier nur den Kopf schütteln.

Wer jedoch ein Firmenfahrzeug möchte oder dieses Teil des Arbeitsvertrages ist, obwohl er oder sie es nicht braucht, dafür über die Dienstwagenregelung bezahlt und damit, weil es halt da ist, stauintensive Strecken zurücklegt, der oder die hat jetzt eine echte Alternative, die obendrein richtig richtig Spass macht. Die Dienstwagenregelung macht es kostengünstig möglich und die Pendlerpauschale gibt es im vollen Umfang. Und auch für Arbeitnehmer*innen ohne Anrecht auf einen Dienstwagen gibt es gute Leasingangebote.

Mit moderner Kleidung lässt sich auch schlechtes Wetter aushalten und wie wir merken, werden Schnee und Eis in deutschen Städten selten.

So ist es im Vergleich mit einem Auto nicht nur wirtschaftlich, dem eigenen Image schadet es gewiss auch nicht. Voll auf der Höhe der Zeit: technikaffin, gutaussehend, wetterfest, umweltschonend, klimabewusst.

Beide Bikes taugen für den Aussendienst mit kleinem Gepäck, vorhandene Fahrzeugflotten können prima ergänzt werden. Sicher werde ich das eines Tages tun, ich arbeite daran.

Wenn jetzt noch im Service für Bikes neue ( für die Autoindustrie bewährte ! ) Wege für die Business Class begangen werden, wird das Spiel sicher gedreht werden.


3 Gedanken zu “Changing the Game – Speedpedelecs

  1. Danke für einen – wie immer – lesenswerten Artikel! Spannender Blickwinkel aus der „SPed-als-Dienstwagen“-Perspektive. Über die Preise kann man sich trefflich streiten. Ich freue mich nach wie vor, wenn irgendein Hersteller bei seinen Modellen nicht bzw. nicht weit über der 5000€-Marke ansetzt. Aber wie Du sehe ich auch eine große Baustelle im Service, wenn sich das S-Pedelec als Fahrzeuggattung etablieren soll. Die Zuverlässigkeit im Alltag muss da oberste Prio haben. Und da gehört natürlich die Wahl von wartungsarmen, robusten Komponenten genauso dazu wie die rasche Verfügbarkeit von Ersatzteilen UND einem Leihfahrzeug während der Reparaturzeit.

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  2. Ja wirklich spannend. Ich war auch dieses Jahr auf der Eurobike unterwegs. Ich muss sagen, dass ich diese Entwicklung aber mit Sorge sehe. S-Pedlecs sind ,meiner Meinung nach, durchweg viel zu teuer. Und dann bieten sie meist nichtmal so essentielle Ausstattung wie ein Fernlicht. Klar Stromer und Opium sind Leuchtturmprodukte. Aber ich denke nicht, dass viele Leute bereit sind einen fünfstelligen Betrag auszugeben. Außerdem bin ich gerade froh, dass es nicht soo viel Elektronik am nomelen Pedlelc gibt. Der Motor an sich ist schon eine Blackbox an die man als Endnutzer nicht herankommt. Uns ei es um nur die Akkugesundheit auszulesen….

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