2xAlpX – der doppelte Alpencross: wo sollen wir die müden Knochen ausruhen?

Die Tour ist nun schon ein paar Tage her. Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter, der Wind heftiger, der Wetterbericht jetzt im Herbst unzuverlässiger, die Fahrten anstrengender und überhaupt wird die Gesamtsituation unbefriedigender. Auf unserer Tour nach Kärnten und zurück mussten wir allen Wettern trotzen und haben uns  jeden Abend neu entscheiden müssen, wo und wie wir unsere müden Knochen und Ärsche ausruhen. Oft befragten wir dazu Tante Nyon, die den einen oder anderen guten Tipp hatte. Camping hatte dabei immer Priorität, es sollte sich ja lohnen, die 8 kg Ausrüstung mitzuschleppen.

Für die erste Nacht haben wir in Amorbach unser Zelt aufgeschlagen. Merkwürdigerweise hatten weder Tante Nyon noch Onkel Maps diesen Platz auf dem Schirm. Zum Glück haben wir am Ortseingang auf die alte Infotafel geschaut.

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Kaum stand das Zelt, fing es an, wie aus Kübeln zu schütten. Das beruhigende Regenprasseln ließ uns gut durchschlafen. Auch gut, dass wir die richtige Ausrüstung hatten, um mal zum Klo zu gehen. Dieses Männlein stand nicht im Walde:

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Das Donnerwetter holte uns am späten Nachmittag des nächsten Tages ein. Das Hotel im Stammschloß von „Lecke er mich im Arsche“ – Götz, das Schlosshotel Götzenburg öffnete seine Pforten für uns. Sie hatten dort gegen eine angemessene Anzahl Taler ein Obdach für uns. Und einen Stall und Futter für die Rösser. Untergekommen sind wir im Erkerzimmer.

 

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Uns wurde nur gesagt, wir sollten das Schlossgespenst in Ruhe lassen und die Witwe eines unserer letzten Bundespräsidenten nicht mit dem eiskalten Händchen erschrecken:

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Dann kamen die 2 Tage Regenwetter, die wir im Hotel Hohenlohe und im dortigen Solebad und in der Sauna aussaßen.

Der Regen zog weg und wir weiter. In Dillingen an der Donau schlugen wir unser Zelt auf dem Campingplatz am Fluß  auf.

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Gegen kleines Geld gab es dort ein leckeres Abendessen und dann Ruhe für unsere müden Häupter. Am Morgen waren wir die letzten, die aufbrachen. Die meisten Radlerkollegen waren bereits unterwegs, die Donau hinab. Wir hingegen fuhren bald weiter in Richtung Ammersee. In Buch fanden wir diesen wunderbaren Stellplatz für unser Zelt:

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Platzwart Thomas war so nett, uns den Strom bis ans Zelt zu legen, so dass wir jegliche Akkus wieder laden konnten. Unsere Eigenen in der Nacht eher weniger, auf der gegenüberliegenden Seeseite war Big Party, die Bässe wummerten die ganze Nacht über den See. Ein Bad am Morgen machte das aber alles wieder wett.

Der Tegernsee sollte unsere letzte Übernachtung vor den ersten größeren Bergen werden. Tante Nyon und Karte zeigten uns nur einen Campingplatz an, der dann erwartungsgemäß sehr voll war. Seltsamerweise standen auf der Zeltwiese mehr Autos als Zelte – symptomatisch für das Autoland Bayern.

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Es wurde heiß und wir kamen ins Zillertal hinab. Der Arsch brummte und wir wollten nur noch was Essen und unser Zelt im Schatten aufbauen. Unser Campingtipp fürs Zillertal ist dann das Campingdorf Hofer in Zell am Ziller. Mit kleinem Schwimmbad, sehr guter Gastronomie, freundlichen Zeltnachbarn, überschaubare Größe und fantastische Sanitäranlagen. Wir haben uns dort 2 Nächte lang ausgeruht und Kräfte fürs Pfitscherjoch gesammelt.

Das Pfitscherjoch, hier  habe ich unsere Heldentat bereits besungen. Völlig zerschlagen, mit müden und zerkratzten Beinen ( danke an Bosch, dass sich die Pedale bei der Schiebehilfe mitdrehen! ) und im wahrsten Sinne des Wortes leerem Akku baten wir in St. Jakob im Pfitschertal in einem Hotel um Einlass. Doch die wollten uns nicht. In der Pension Nocker fanden wir ein sauberes Zimmer, fantastisches Essen und freundliche Mitgäste. Alle kamen aus Süditalien, auch die Wirte, so hatte unsere Konversation Hand und Fuß. Für uns war es der Himmel auf Erden.

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Hier noch der Blick aus dem Fenster:

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Unsere nächste Station wurde auch schon mal bei Julia und Walter vom Wrider´s Club erwähnt, der Campingplatz am Toblacher See. Hier vergeben wir 6 von 5 Sternen. Basecamp Atmosphäre auf der Zeltwiese, Sanitäranlagen im römischen Stil, wunderschöne Lage am See, ökologische Ausrichtung und ein sehr freundlicher Besitzer, der Patricia ermöglichte, mich mit einem Geburtstagskuchen zu überraschen.

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Und Nasi und Gori wachen über den See. So heißen diese beiden Berge, echt!

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Zwei Tage später erreichten wir unser Ziel. Hier wurde der Grundstein für unser Dasein als eBiker gelegt. Bei Toni, dem Besitzer haben wir vor 4 Jahren unsere ersten Flyer gemietet. Er hat sich sogar an uns erinnert. An Toni lag es nicht, dass wir einen Tag später wieder abgehauen sind. Wir haben es hier schon beschrieben.DSCN0437

Also wieder ab Richtung Heimat. Die ÖBB bereitete uns Verdruss, vom Himmel drohte Ungemach, wir fanden eine wunderbare Bleibe im Hotel Pacher in Obervellach. Frau Pacher brachte uns noch ein tolles Abendessen, danach stiegen wir die Treppe der Schmerzen hinauf in unser Zimmer.

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Die Räder haben im mit einem Perser ausgelegtem Skistall übernachtet.

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Die letzte Nacht der Tour verbrachten wir ganz feudal und so richtig KuK-mäßig im Hotel Mozart in Bad Gastein. Da wir völlig durchnässt und durchgefroren dort eintrafen, haben sie extra für uns die Sauna eingeschaltet.

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Unser Fazit: an den Wegen finden sich sehr unterschiedliche Möglichkeiten, die müden Knochen auszuruhen und sein Haupt zu betten. Wenn ein Hotel gefällt, sollten man es wählen. Murphie´s Law funktioniert nämlich sehr gut: wenn Du denkst, es wird bald was Besseres oder Günstigeres kommen, kommt die nächsten 20 km nix. Campingplätze werden zuverlässig von Tante Nyon avisiert, die Liste der Hotels kann dagegen unvollständig oder veraltet sein. Da wir kein Kochgeschirr und/ oder Verpflegung dabei hatten, war uns die Nähe eines Restaurants oder Ladens wichtig. Idealerweise im Haus bzw. auf dem Platz.

 

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