Von Zweien, die noch ein paar Kilometer nachholten – die „wer braucht schon die Alpen, wir haben den Main“ Urlaubstour

Obwohl wir wunderschöne Tage in Kärnten hatten, fühlten wir uns radeltechnisch noch nicht so richtig augelastet. Dem Hintern ging es einfach noch zu gut und so haben wir die Räder noch mal beladen und sind mit der Bahn nach Bamberg gefahren. Von dort wollten wir noch mal 3 Tage am Main längs, wollten mal sehen wie wie weit uns die Räder tragen werden. Die Bahnfahrt war unspektakulär, man sollte in Bayern nur nicht vergessen, Extra-Tickets für die Räder zu besorgen. In Hessen kosten die Räder nix.

In Bamberg führte der Weg erst mal ins Schlänkerla, ächt lecker Rauchbier und Haxe gab es dort.

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Es war der Radfahrermoral nicht so ganz zuträglich, aber am Kachelofen war es nun mal so schön.

Entgegen aller Wetterprognosen setzte sich das kühle Frühherbstwetter wieder durch, was auch dazu beitrug, sich mal wieder in der Zeit zurückversetzt zu fühlen.

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Man beachte die original 30er Jahre Biotonne.

Doch genug der Trödelei, der Mainradweg lockte uns aus Bamberg raus. Flott ging es voran, den üblichen Radlergruppen in Lycra war es wohl doch zu frisch, wir hatten also freie Fahrt. Doch nach kurzer Zeit gingen Moral, Kondition und Radellust wegen der Kälte, des ächt Schlänkerla Rauchbiers und der Haxe vor die Säue:

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Sau und Schweinehund lachten sich fast tot. Zum Abendessen gab es dafür dann Schnitzel in der Gaststätte zum Wal in Trennfurt. Das war alles so passend, dass wir zufrieden ins Bett fielen.

Was uns auch hier wieder auffiel: auch wenn die Hotels und Pensionen meistens keine ausgewiesenen Stellplätze für Fahrräder hatten, so gab sich jeder Wirt ausgesprochen Mühe, die Räder trocken und sicher unterzustellen. Manchmal wurde die private Garage geräumt, wenn es sein musste, auch von Familienmitgliedern. Oder die Waschküche. Irgendein guter Platz fand sich immer.

Am nächsten Morgen waren Rauchbier, Haxe und Schnitzel überwunden und der Schweinehund blieb bei den Säuen in Trennfurt. Das Wetter wurde besser und wir kamen von Bierfranken nach Weinfranken. Und die Weinfranken verstehen zu leben, es gab jede Menge lauschige Lokale am Wegesrand.

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Es war die beginnende Zwiebelkuchenzeit. Und im Lichte des Spätsommers wirkten die Städtchen auf dem Weg idyllischer als sonst.

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In Ochsenfurt, mitten in der Altstadt wurden wir sehr nett aufgenommen. Haus zum grünen Weinstock in historischem Ambiente.

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Ein echt krasser Gegensatz zur Gästeinformation:

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Fremder, kommst Du nach Ochsenfurt, sei herzlich willkommen, Du kommst hier nicht wieder weg……………………..

Nach einem sehr guten Frühstück und einem sehr netten Gespräch mit einem irischen Radfahrer in der Wohnküche der Wirtin machten wir uns auf nach Würzburg. Die Strandbar war noch geschlossen, die Kür somit verwehrt,

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also gab es dann die Pflicht und über die alte Brücke gingen wir dann hinein in die Stadt. In der Nähe dieser Brücke gibt es einen bewachten Fahrradparkplatz, gegen einen geringen Obulus kann man hier Rad und Gepäck ruhigen Gewissens zurücklassen.

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Nur 10 Kilometer weiter waren wir dann im Himmelreich. Hier hängen die Trauben hoch, der Reisende darf alle Sorten probieren, so er denn dran kommt. Freundlicherweise stellen die Himmelsbewohner aus Himmelreich eine kleine Leiter zur Verfügung.

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Das war interessant und lecker und eine andere Art Himmelreich gab es dann ein paar Kilometer weiter:

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Ja ja, die Franken wissen, wie es geht und dieser Weg, er wird dann ein leichter sein:

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Wir kamen bis Gemünden am Main. Von hier geht die Bahnlinie direkt nach Frankfurt, eine Stunde später kamen wir dort am Hauptbahnhof an.

In diesem Sommer, dem Sommer 2014 fuhren wir mehr als 800 km durch halb Deutschland. Geprägt durch viele Tourenberichte hatten wir die eine oder andere Erwartung an Strecke und Landschaft. Mainradweg, liebliches Taubertal, romantisches Altmühltal, Isarradweg, Mangfallradweg – nur der Mainradweg war in unserer Wahrnehmung richtig schön. Am Mainradweg stimmt fast alles: er ist fast immer direkt am Main, die Ortsdurchfahrten führen immer durch die wunderbaren Altstädte, es gibt viele Unterkünfte und auch eine touristische Infrastruktur in Form von netten Gartenlokalen und Straußenwirtschaften, Eisdielen, Hinweisen zu Übernachtungsmöglichkeiten am Wegesrand etc. .

Mit dem S-Pedelec eckten wir kein einziges Mal an, wir haben uns mit den Geschwindigkeiten immer an den Verkehr angepasst. Und wenn die Bahn mal wirklich frei ist, kann man halt mal ein paar Kilometer schnell hinter sich bringen. Manchmal zu schnell, im Rückblick kommen uns manche Abschnitte wie ein Film vor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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