Warum S- Pedelec?

Ich bin immer wieder völlig verblüfft von Aussagen wie dieser: „Geeignet ist so ein S-Pedelec vor allem für Pendler aus dem urbanen und suburbanen Raum, die täglich längere Strecken zurücklegen müssen, nicht mit dem Auto im Stau stehen, aber auch nicht verschwitzt auf dem normalen Rad im Büro ankommen wollen.“

Denn genau dazu taugt ein S-Pedelec nicht, denn:

  • Fährst Du gesetzestreu, musst Du Dich im Stau vor roten Ampeln hinten anstellen
  • Fährst Du nicht gesetzestreu, schleichst Du auf dem Radweg mit den Bioradlern rum und fährst Fußgängerslalom. Und die meisten Strassen sind so eng, dass Du Dich rechts nicht vorbeischlängeln kannst. Und rote Ampeln auf dem Radweg überfahren kostet dann so richtig, wenn Du erwischt wirst.
  • Du schwitzt: das S-Pedelec verleitet Dich immer dazu, volle Pulle zu treten. Bei 45 km/h musst Du je nach Modell, Gewicht und Sitzhaltung zwischen 250 und 500 Watt Eigenleistung bringen. Und das ständige Wiederanfahren kostet auch Kraft.
  • Wenn alle gesetzeskonform fahren, dauern Überholvorgänge der Autos zu lange, um wirklich sicher zu sein. Das ist für alle nicht schön.

Ideal ist ein S-Pedelec auf dem Land oder zum Pendeln in die Randbezirke hinein. Der Arbeitsweg in ländlichen oder kleinstädtischen Regionen mit kleinen oder mittleren Industriebetrieben wie z.B. Südwestfalen oder Schwaben beträgt durchschnittlich 15 km. Ich denke, überall wird man sich Routen auf kleinen Landstraßen oder Wirtschaftwegen aussuchen können. Auch, wenn es mal ein paar km mehr werden als der direkte Weg mit der Karre, ist das nicht so dramatisch, es macht ja Spaß. Zum Beispiel mein Arbeitsweg:

Zwischenablage01

Hin und zurück: insg. 34 km, hin ca. 250 hm, zurück ca. 450 hm, nie ganz eben. Überwiegend Kommunalstraßen, ein paar Forstwege. Typisch Sauerland halt.

  • Mit dem Auto: 20 min hin, 20 min zurück.
  • Mit dem Biobike: hin 1 h, zurück 1h 20 min => machbar, aber nicht wirklich schön, besonders nicht im Winter nach der Arbeit
  • Mit dem Miet-Flyer: hin 50 min, zurück 1h 05 min => etwas besser, bleischwer, das Ding
  • Mit KTM und 250W BionX, getuned: hin 40 min, zurück 1 h => schon mal ein Anfang
  • Jetzt die S-Pedelecs: mit Delite und 500W BionX: hin 30 min, zurück 50 min => so passte es schon mal, der große BionX war leider etwas schwach ab 10% Steigung
  • Mit dem Delite, Bosch Classic: hin 29 min, zurück 40 min
  • Mit dem Delite mit Bosch Performance Speed: Rekord hin = 26min, zurück 33 min.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die größten Zeitunterschiede gibt es  dabei an leichteren Steigungen und/ oder mit Gegenwind: mit dem Biobike fahre ich 15 km/h, das 25er steigt bei 25 km/h natürlich aus, mit dem S-Ped geht es dagegen mit 30  – 35km/h weiter.

Und wenn ich jetzt doch mal 1 -2 Stunden lang nach Hause fahre, was ich oft tue, ist es bestimmt nicht der direkte Weg.

Fazit: S-Pedelec = schnellerer Weg von und zur Arbeit = die Karre bleibt stehen = mehr Zeit zum Biken! 


2 Gedanken zu “Warum S- Pedelec?

  1. Ich fahre seit fünf Jahren ein S-Pedlec (Bulle E45) und habe in dieser Zeit 34800 km zurückgelegt.
    Mein Arbeitsweg beträgt 31 km einfach mit insgesamt 1000 Höhenmetern täglich .
    für den Hinweg benötige ich ca. 50 min., für den Rückweg 55 min.
    Es gibt meiner Meinung nach nichts Besseres als ei S-Pedelec für diese Strecke und ich sehe ein riesiges Potential für Pendler aus dem ländlichen Raum.
    Vielleicht kapiert das jemand aus der Politik und ändert die Gesetze entsprechend ( siehe Ihren Beitrag „Wahlkampf“) , statt einseitig auf Elektroautos zu setzen.
    in diesem Sinne viel Erfolg!

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  2. Ich fahre jetzt seit sieben Jahren S-Pedelec und habe dabei bisher 44000 km zurückgelegt. Motivation für den Kauf war das Pendeln zur Arbeit, 34 km einfach. Aber es macht so viel Spaß, dass ich es auch für Freizeittouren einsetze, auch wenn das wegen der seltsamen Vorschriften hier in Deutschland nicht immer einfach ist.

    Da der Niederrhein hier leider sehr verkehrsbelastet ist und gleichzeitig kein gestuftes Straßennetz zwischen den Städten existiert, kommt man aus dem dichten Verkehr nicht raus. Ich brauche für die 34 km daher auch 75 Min; Ampeln, PKW-Staus, …

    Inzwischen ersetzt das S-Pedelec das Auto weitgehend. Wenn es hier Car Sharing geben würde, bräuchte ich kein eigenes Auto mehr.

    Leider ist es die Engstirnigkeit vieler Lobbyverbände, wie hier am Beispiel ADFC dargestellt, die in Deutschland Innovationen hin zu einem besseren Leben für Alle immer schwieriger macht.

    Deutschland wird somit spürbar immer mehr abgehängt.

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